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Als wäre das Haar noch vorhanden
Schon bevor es zum kompletten Haarausfall kommt, sollte der Patient über die richtige Haarprothetik gut informiert werden

Zweithaar dient dem Haarpatienten in sehr verschiedener Weise. Es muss berücksichtigt werden, ob nur einzelne kahle Stellen zu bedecken sind oder der ganze Kopf. „Haarersatz ist eine Alternative, wenn verordnete Therapien erfolglos bleiben oder wenn vorübergehend die Haare ausgefallen sind“, so Franz Rieswick, Friseur und Perückenmacher aus Velen/Ramsdorf in einem Beitrag für DERMAforum. Daher unterscheiden Perückenmacher bei einer ersten Beratung vor allem zwischen Kurz- und Langzeitpatienten. Bei allen von Haarausfall betroffenen Kunden ist es wichtig, die vorherige Optik (Frisur, Haarschnitt, Haarfarbe) so gut wie möglich zu kopieren. Kurzzeitpatienten sind überwiegend solche, die z.B. durch Chemotherapie oder Bestrahlung kurzfristig ihre Haare verlieren. Hier sind Vollperücken gefragt, die eine Tragedauer von ca. einem Jahr bieten.

Individuelles Nachbearbeiten
Konfektionsperücken sind grundsätzlich Stangenware und für viele Köpfe produziert. Sie müssen individuell bearbeitet, d.h. kopfformgerecht verändert, in Sitz, Schnitt, Volumen und Frisurenrichtung an das Gesicht und den Stil des Kunden angepasst werden. Laut Krankenkassenrichtlinien sollte das Maß des Notwendigen nicht überschritten werden. Daher sollte man auf folgende Punkte achten:

Es ist notwendig, den Patienten vor dem Verlust seines Haares kennen zu lernen.

Zeitgleich wird die passende Perücke unverbindlich vorbereitet und bearbeitet.

Das Attest und ein Kostenvoranschlag werden bei der Krankenkasse eingereicht.

Letzte Korrekturen an der Perücke lassen sich erst am kahlen Kopf perfektionieren.

Die Kostenübernahme der Krankenkasse und eventuelle Eigenbeteiligung werden im Voraus abgesprochen.


Risiko des Perückenmachers
Nicht selten bleibt bei manchen Therapien so viel Eigenhaar, dass es zu keiner Perückenlieferung kommt. Alle vorbereitenden Arbeiten sind das Risiko des Perückenmachers. "Bei zuverlässigen Vertragspartnern entstehen Kosten nur bei Lieferung“, gibt Rieswick einen wichtigen ‚Verbrauchertipp’. „...darüber sollten sich die Patienten bei ihrem ersten Besuch umfassend informieren.“ Psychologisch ist es für diese Patientengruppe enorm wichtig zu wissen: „Wenn mein Haar ausfällt, bin ich gut vorbereitet". Auch sollten Klinik- und Hausbesuche, zum Wohle des Patienten, für den Perückenmacher selbstverständlich sein.

Langzeittherapie bei fehlendem Resthaar
Bei all denjenigen Menschen, bei denen das eigene, noch vorhandene Resthaar nicht mehr für eine normale, akzeptable Frisurengestaltung ausreicht, ist eine Haarversorgung über längeren Zeitraum erforderlich. Bei dieser Patientengruppe, wie z.B. Betroffene mit Alopecia areata, sind individuelle Maßarbeiten und Maßkonfektionen üblich, aber auch die Versorgung mit Konfektions-Fertigteilen möglich. Die Kriterien wie Tragbarkeit, Haltbarkeit, Pflege- und Reinigungsaufwand sowie Hautverträglichkeit und Befestigung spielen in diesen Fällen eine wichtige Rolle. Unabhängig vom Preis der verwendeten Materialien, ob Echt- oder Kunsthaar, natürlichen oder künstlichen Stoffen, wird hier individuell beraten und empfohlen und Lösungen aufgrund von Erfahrungen des Patienten oder des beratenden Instituts erarbeitet. Vorrangiger Grundsatz einer jeden Beratung ist: der unauffällige Haarersatz! So leben zu können, als hätte der Patient nie sein Haar verloren. Allergien, Reizungen, Druckbelastungen, Kopfschmerzen usw. sind einzuschränken und auszuschließen. „Es ist und bleibt ein Haarersatz“, so Rieswick.

Hüpohl 5 + 7 | D-46342 Velen-Ramsdorf (NRW) | Tel.: 0 28 63 - 52 66 | Fax: 0 28 63 - 66 76