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Ein langer Leidensweg
Die häufigsten Hautreizungen bei Perücken treten durch die Fixierung mit Klebstoffpflastern auf. Allergietests sind unerlässlich.

Den Fall einer 40jährigen Patientin schildert in DERMAforum der Friseur und Perückenmacher Franz Rieswick aus Velen-Ramsdorf. Die Patientin leidet unter einer vollständigen Alopezie und verträgt zudem Perückenmaterialien nicht - Sie reagiert darauf mit einem allergischen Ekzem. Die Patientin behandelt dieses mit Kortison, was aber nach ihren Angaben die Kopfhaut sehr dünn werden lässt. Seit 1997 befindet sie sich allerdings auch in lichtherapeutischer Behandlung. „Unsere Aufgabe als Perückenmacher ist es, hautverträgliche Materialien zu verarbeiten. Eine Zusammenarbeit mit Dermatologen ist wünschenswert. Die häufigsten Hautreizungen bei Perückenträgern treten durch die Fixierung der Perücke mit Klebstoffpflastern auf. Auch in diesen Fällen sind Allergietests unerlässlich, um zu wissen “warum und wodurch diese Allergien entstehen” erläutert Rieswick.

Die Unterkonstruktion (Montur) löst die Hautreizung bei der Patientin aus.
Die Patientin mit Ihrer verträglichen Perücke.

Krankenkasse reagierte schnell
Seit ihrem fünften Lebensjahr leidet die Patientin an einer Alopezia areata: Sie verlor innerhalb weniger Tage alle Haare. Über drei Jahre wurde sie mit verschiedensten Präparaten behandelt, doch eine Chance ihr blondes Haar wiederzubekommen stellte sich nicht ein. So trug sie zur Einschulung mit fast acht Jahren ihre erste Perücke. lm Laufe der Jahre kam zwar der Haarwuchs wieder, doch so dünn und zudem von brauner statt blonder Färbung, so dass weiterhin das Tragen von Perücken unumgänglich war. Während der Pubertät bekam sie Sekundärbehaarung, die allerdings auch weniger stark als normalerweise üblich ausgeprägt war.

Vollständige Vitiligo (Weißflecken Krankheit)
Ab dem achtzehnten Lebensjahr erhielt die Patientin DCB-Behandlungen, denen sich weitere Therapieformen anschlossen. Allerdings waren die Anwendungen nach Aussagen der Patientin von heftigen Reaktionen wie Nässen, Entzündungen, Schwellungen der Lymphknoten, offenen und blutig gekratzten Stellen begleitet. Ab den 90er Jahren erfasste Vitiligo vollständig den Körper, und es trat eine Kontaktallergie auf, die das Tragen von Perücken erheblich erschwerte- „was die Patientin schon als blanken Hohn empfindet“ weiß Rieswick. Das salben hat ihre Haut sehr dünn werden lassen und es besteht die Gefahr, dass sich Hautstellen öffnen, die dann schwer abheilen. Stellenweise kratzt sich die Patientin blutig. Sie hat heute eine Echthaarperücke und eine Kunsthaarperücke mit einer neuartigen Innenbeschichtung, die vor allem für sportliche Aktivitäten gedacht ist. Ihre Hoffnung beruht nun darauf, dass durch die neuen Materialien die Allergien eingedämmt, wenn nicht sogar ganz aufgehoben werden.

Hüpohl 5 + 7 | D-46342 Velen-Ramsdorf (NRW) | Tel.: 0 28 63 - 52 66 | Fax: 0 28 63 - 66 76